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Ein Kultureller Rundgang
Eins der schönsten Dingen für denjenigen, der die Gemeinde Pájara besucht, ist, hier eine der wichtigsten Kulturrouten der Insel Fuerteventura kennenzulernen: Das große
Kulturerbe ist durch jeden einzelnen Bewohner bis in unsere heutige Zeit getragen worden.
Die Kultur der Ureinwohner
Zahlreiche Spuren der Ureinwohner sind verstreut im gesamten Gemeindekreis anzutreffen: Häuser aus unverputzten Mauern und Höhlenbehausungen; S trukturen von Viehgehegen, Stierzwinger, so genannte Gateres und Gambuesas.
Ein weiteres archäologisch und ethnografisch interessantes Element sind Muschelanhäufungen aus frühgeschichtlicher Zeit, Felsgravuren und ganz ohne Zweifel die emblematische Fundstätte „La Pared",
eine unverputzte Mauer auf dem gleichnamigen Landärmel. Man glaubt, dass diese Mauer einst als Grenze zwischen den beiden Königreichen diente, auf die die Insel zum Zeitpunkt der spanischen
Eroberung aufgeteilt war.
Traditionelle Architektur
In allen Dörfern des Gemeindekreises kann man eine Kirche oder Kapelle besuchen. Es handelt sich dabei meist um Bauten neuerer Abstammu ng, unter denen besonders die Kirche Nuestra Señora de Regla in Pájara
hervorsticht, sowie die Kapelle San Antonio in Toto; beide sind historisch höchst interessant und wurden zum Kulturerbe erklärt. In Pájara stehen zahlreiche traditionelle Häuser mit Steinmauern.
Auch gibt es hier eine Reihe von Herrenhäusern größeren Umfangs, mit mehreren Nebengebäuden, zweistöckig und mit Ziegeldächern. Beide Gebäudearten kann man überall im Gemeindekreis
sehen, ganz besonders in dem Dorf Pájara, dessen Altstadtkern noch sehr gut erhalten ist. Unter den industriellen Gebäuden stechen die
Lohgerbereien, (hier wurden Tierfelle gegerbt), Kalköfen und Fischpökelhäuser hervor.
Gastronomie
Die Gastronomie von Pájara wird von Besuchern hochgerühmt; es existiert eine Vielfalt an
traditionellen Gerichten, die aus lokalen Erzeugnissen zubereitet werden, wie frischen Fisch, Ziegenfleisch, Gofio, Tomaten, Kartoffeln und Käse; dazu kommt noch eine neue,
kreativere Tendenz, aus den selben Erzeugnissen neue Gerichte zuzu bereiten. Fisch wird
gekocht zubereitet, gebraten, auf dem Grill oder a la Espalda in Begleitung von Salat aus Majorero-Tomaten und kanarischen Kartoffeln mit Mojo. Mojo ist eine typisch kanarische Soße, von der es prinzipiell zwei
Arten gibt: grünen Mojo und roten Mojo (scharf). Von den vielfältigen Fischsorten ist der Papageifisch (Vieja) am meisten geschätzt, sowie Thunfisch und Zacken- barsch, die in den kanarischen Küstengewässern ge-
fangen und über die Fischereizünfte kommerzialisiert werden. Aber auch exquisite Napf- schnecken und Miesmuscheln in Mojo. Käse wird aus Ziegenmilch von Hand hergestellt,
sein Geschmack ist sehr mild und er besitzt ein Herkunftssiegel, das für gute Qualität garantiert. Und versäumen Sie nicht eins unserer besonderen Gerichte zu kosten: leckere Fischbrühe mit geknetetem Gofio!
Handwerkskunst
Die Frauen und Männer von Pájara haben sich traditionell der Herstellung von Utensilien und Objekten gewidmet, die
sie zum alltäglichen Leben brauchten. Die fortschreitende Entwicklung häuslicher und landwirtschaftlicher Aktivitäten, des Fischfangs und der Viehzucht erforderte eine Reihe von
Nutzgegenständen, deren Herstellung bestimmte Hand- werkskünste ins Leben gerufen hat. Aus den Rohstoffen der Insel fertigte man eine Vielzahl handgefertigter Produkte an,
wie Korbwaren, Schmiedereien, Steinmetzprodukte, gegerbte Felle, Stoffe, Stickereien, Gegenstände aus Horn und Holz, etc, von denen nicht wenige auch heute noch hergestellt werden.
Traditionen
Von April bis August werden die so genannten Fiestas Patronales der verschiedenen Dörfer
des Gemeindekreises gefeiert. Sie besitzen allesamt einen zivilreligiösen Charakter und dienen zur Huldigung der jeweils lokalen Schutzheiligen. Dabei werden Messen abgehalten
und Prozessionen, man schmückt die Kapellen und Kirchen, die Plazas und Straßen der Dörfer und veranstaltet kulturelle Akte, sportlicher oder spieleri scher Art, sowie Umzüge, Kirmessen, Musikkonzerte und folkloristische Auftritte.
Besondere Erwähnung verdienen das Fest zu Ehren der Schutzheiligen der Gemeinde: Nuestra Señora de Regla in Pájara und das zu Ehren von Nuestra Señora del Carmen in Morro Jable. Andere beliebte Feste sind das
von San Juan in Cofete und Ajuy und die Romería a la Montaña de Cardón. Die Einwohner der Dörfer, geschmückt in volkstümlichen Trachten, begleiten auf der Prozession zu Wasser oder zu Land den Heiligen
oder die Heilige, die an diesem Tag verehrt wird. Diese Feste stellen eine Ausstellung altverwurzelter folkloristischer Gebräuche dar und eine einzigartige Gelegenheit, selbige
kennenzulernen. In verschiedenen Dörfern des Gemeindekreises wird gegen Ende Februar das Karnevalsfest gefeiert; besonders in Morro Jable, wo auch viele Feriengäste daran
teilnehmen. Die Kulturwoche „Playa de la Cebada" in Morro Jable ist im Sommer ein bedeutender Treffpunkt für die Gemeindejugend. Ein alter Brauch, der bis in unsere heutige
Zeit erhalten geblieben ist, sind die so genannten „Apañadas" der Ziegen der Küstenregionen, die auf weiten Gemeindeflächen frei herumlaufen. In regelmäßigen
Zeitabständen werden sie von den Hirten zusammengetrieben. Bei dieser ritualen Arbeit darf der Perro Bardino oder auch Perro Majoprero nicht fehlen, eine einheimische
Hundeart , die über ein besonderes Geschick verfügen, Vieh und Hof zu bewachen. |